VON LEHMAN BROTHER BIS GRIECHENLAND,
DIE GRÖSSTEN TÄUSCHUNGEN MIT:
- CREDIT LINKED NOTES -
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Kurzfassung

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Strafanzeige gegen die
DZ Bank
sonstiges

Impressum
17.03.12
INHALTSVERZEICHNIS
  1. EIN ZUSÄTZLICHES FÜNFFACHES RISIKO DES TOTALVERLUSTES MIT WENIGER ERTRAG ALS OHNE DIESES ZUSÄTZLICHE FÜNFFACHE RISIKO
  2. DIE VERSORGUNGSKASSE VERNICHTETE RENTENBEITRÄGE IN HÖHE VON ZAHLREICHEN MILLIONEN VON EURO
  3. DIE EVANGELISCHE KIRCHE SETZTE EINIGE MILLIONEN EURO KIRCHENGELDERN IN DEN SAND
  4. EINE STIFTUNG FÜR ENTWICKLUNGSHILFE IN AFRIKA VERLOR IHRE INVESTITION
  5. EINE FIRMA LEGTE LANGFRISTIGE KUNDENVORAUSZAHLUNGEN ÜBER MEHRERE HUNDERT TAUSEND EURO IN ANGEBLICH KLASSISCHEN DZ-BANK ANLEIHEN AN, DIE SICH SPÄTER ALS VERLUSTIGE CREDIT LINKED NOTES ENTPUPPTEN.

1.  EIN ZUSÄTZLICHES FÜNFFACHES RISIKO DES TOTALVERLUSTES MIT WENIGER ERTRAG ALS OHNE DIESES ZUSÄTZLICHE FÜNFFACHE RISIKO

Die Credit Linked Notes waren hoch riskant. Die Rendite entsprach aber oftmals nur einer klassischen Anleihe oder auch noch weniger. Dieses betraf auch die Credit Linked Notes, die unter anderem Kreditausfallversicherungen auf Griechenland beinhalteten.

In meinem Kapitel "die absolut genialsten Täuschungen" führte ich zahlreiche Bespiele von Credit Linked Notes mit Kreditausfallversicherungen auf europäische Staaten auf. So z. B. nachfolgende Credit Linked Notes:

 

Bei dem Produkt handelt es sich um Credit Linked Notes mit Kreditausfallversicherungen auf die Staaten Italien, Österreich, Spanien, Irland und Griechenland. Dabei führt jede einzelne Kreditausfallversicherung bei Zahlungsunfähigkeit des entsprechenden Referenzlandes nicht zu einem anteiligen Verlust des investierten Kapitals, wie es zum Beispiel bei einem Fond der Fall wäre. Trotzdem das Geld des Investors fünf Kredite von jeweils fünf Staaten versicherte, verliert der Investor bei Zahlungsunfähigkeit nur eines einzigen Staates sein Kapital bzw. seine gesamte Investition wird in den Wert des "Pleitestaates" umgetauscht.  Dieser Fall ist nun durch das Kreditereignis bezüglich Griechenland eingetreten. Der Investor hat somit, im Gegensatz zu einer klassischen Anleihe, ein zusätzliches fünffaches Risiko des Totalverlustes.

Die oben aufgeführten Credit Linked Notes wurden am 08.12.2009 begeben. Der Ausgabepreis war 100 Prozent und  der Zinssatz betrug 3,75 Prozent p. a. , was dementsprechend auch einer Rendite von 3,75 Prozent entspricht. Dabei hatten die Credit Linked Notes ein zusätzliches fünffaches Risiko des Totalverlustes, gegenüber einer klassischen Anleihe.

Wenn der potentielle Investor direkt eine laufzeitähnliche Griechenland-Anleihe erworben hätte, so wäre die Rendite höher gewesen. Bei mehr Rendite hätte er aber kein Emittentenrisiko der Landesbank Baden Württemberg und keine zusätzlichen Zahlungsausfallrisiken der Länder Italien, Österreich, Spanien, Irland getragen. Statt des zusätzlichen fünffachen Risikos des Totalverlustes wäre das Risiko nur auf die Emittentin Griechenland beschränkt gewesen und das für mehr Rendite. Als Beispiel ein Vergleich vom 08.12.2009, dem Begebungstag  der oben aufgeführten Credit Linked Notes. Unten abgebildet sind zwei Griechenland-Anleihen, die bei der Börse Stuttgart gehandelt wurden.

Eine genau laufzeitgleiche Griechenland-Anleihe bis 20.12.2012 konnte ich nicht ausfindig machen. Aber so hatte eine Griechenland-Anleihe mit einer etwas kürzeren Laufzeit bis 20.08.2012 eine Rendite von 3,76 Prozent. Eine Griechenland-Anleihe mit einer etwas längeren Laufzeit bis 20.08.2013 wies eine Rendite von 4,27 Prozent aus. Der Anleger hatte bei einer Direktinvestition mit nur einem einfachen Risiko des Totalverlustes mehr Ertrag, als bei den Credit Linked Notes mit einem zusätzlichen fünffachen Risiko des Totalverlustes. Ein potentieller Investor würde noch nicht einmal auf die Idee kommen die Credit Linked Notes zu erwerben, wenn er die richtigen Vertragsbedingungen kennen würde.

2.  DIE VERSORGUNGSKASSE VERNICHTETE RENTENBEITRÄGE IN HÖHE VON ZAHLREICHEN MILLIONEN VON EURO

Wer nun glaubt, er ist nicht betroffen, weil er vielleicht keine Anleihen besitzt, irrt sich gewaltig. Diese Credit Linked Notes haben nicht nur Kleinanleger im Depot. Die Credit Linked Notes erwarben vor allem die evangelische Kirche, Stiftungen, Firmen und Rentenversicherer, teilweise in Höhe von etlichen Millionen Euro. Bei der "Lehman"-Insolvenz war ersichtlich, dass auch diese Institutionen getäuscht wurden. Bei Griechenland wird die Schadenssumme mit Credit Linked Notes um ein vielfaches höher sein.

Der hessische Rechnungshof teilt in seinem Bericht vom Jahr 2011 mit, dass die Zusatzversorgungskasse (ZVK) Wiesbaden Credit Linked Notes mit Kreditausfallversicherungen auf Griechenland besitzt. Der schwebende Verlust wurde im April 2010 mit 21 Prozent auf 4,3 Millionen Euro taxiert. Dementsprechend dürfte der Anschaffungswert etwa bei 20 Millionen Euro gelegen haben.

Anlage Rechnungshof Hessen

Es geht zwar aus dem Bericht nicht hervor, welche Credit Linked Notes speziell erworben wurden. Wie ich aber schon nachwies, hatten die äußerten riskanten und spekulativen Wertpapiere eine so niedrige Rendite, dass eine Direktinvestition in die Referenzstaaten rentabler und dazu auch noch um ein vielfaches sicherer war. Interessant ist ebenfalls, dass die ZVK Lehman-Papier besitzt. Auch hier gab es damals Credit-Linked Notes, die bei der Insolvenz in Lehman-"Pleite"-Anleihen umgetauscht wurden.

Die Quote für Griechenland wurde auf 21,5 Prozent festgelegt. Das heißt, von 20 Millionen Euro Rentenbeiträgen vernichtete die ZVK Wiesbaden mehr als 15 Millionen Euro. Ich persönlich halte es für möglich, dass die ZVK getäuscht wurde, wie es damals vielen Anlegern passierte. 

Außerdem hat der Rentenversicherer ein beträchtliches Vermögen in Fonds investiert. Auch hier können Credit Linked Notes versteckt sein, die dann noch weitere Verluste realisieren.

Bei einer Rentenkürzung wird den Betroffenen bestimmt nicht mitgeteilt, dass ihr Rentenversicherer Geber von Kreditausfallversicherungen war, dazu noch mit einem vielfach gehebelten Totalverlustrisiko und das Ganze wahrscheinlich für umsonst.

Es wird aufgeführt stehen, dass auf Grund einer allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage in Deutschland die Rente gesenkt wird.  


3.  DIE EVANGELISCHE KIRCHE SETZTE EINIGE MILLIONEN EURO KIRCHENGELDERN IN DEN SAND

Auf meiner Eingangsseite beschrieb ich die Credit Linked Notes, die in der Wertpapierbezeichnung als Anhängsel "Cobold 62" trugen und die ich selber im Depot hatte. Es handelt sich um Kreditausfallversicherungen auf fünf internationale Banken, wobei die Zahlungsunfähigkeit von nur einer Bank zum Totalverlust des gesamten Kapitals führen konnte. Mit der Insolvenz von Lehman-Brother wurde die gesamte Investition in eine Pleiteanleihe von Lehman-Brother umgetauscht. Für dieses zusätzliche fünffache Risiko erhielt der Anleger nur einen festgeldähnlichen Zinssatz von 3,2 Prozent p. a.. Genau das gleiche Wertpapier besaß die evangelische Kirchengemeinde Oldenburg über 1,6 Millionen Euro. Mit noch anderen Papieren verlor die Kirche 4,3 Millionen Euro. Da das die einzigste Gemeinde war, die an die Öffentlichkeit trat, gehe ich davon aus, daß die Dunkelziffer noch wesentlich höher ist.

Offenischtlich wurde die Kirche auch getäuscht. So sagt der Oberkirchenrat Friedrich in der Zeitschrift der Spiegel:

Spiegel Artikel

Anmerkung: In dem Artikel sind nachweislich große redaktionelle Fehler vorhanden. Einzelheiten darüber befinden sich auf meiner Web-Seite "Details".

4.  EINE STIFTUNG FÜR ENTWICKLUNGSHILFE IN AFRIKA VERLOR IHRE INVESTITION

Ein weiteres Bespiel bezieht sich auf eine Stiftung, die sich auf Entwicklungshilfe spezialisierte. Der Leiter diese Unternehmens ist sogar im Aufsichtsrat in einer Aktiengesellschaft und somit ebenfalls in Finanzanlagen erfahren.  Auch diese Stiftung verlor ihr angelegtes Geld durch Credit Linked Notes. Später kam es dann zu einem Vergleich. Bei Vergleichen bleibt oftmals vieles oder alles in der Öffentlichkeit verborgen.

Anlage Zeitungsartikel

Anlage Zeitungsartikel

5.  EINE FIRMA LEGTE LANGFRISTIGE KUNDENVORAUSZAHLUNGEN ÜBER MEHRERE HUNDERT TAUSEND EURO IN ANGEBLICH KLASSISCHEN DZ-BANK ANLEIHEN AN, DIE SICH SPÄTER ALS VERLUSTIGE CREDIT LINKED NOTES ENTPUPPTEN.

Aber auch Firmen sind von der Täuschung nicht ausgenommen. So legte ein Betrieb langfristige Kundenvorauszahlungen in Höhe von mehreren Hundert Tausend Euro in eine angeblich sichere klassische Anleihe der DZ Bank an. Nach der Lehman-Insolvenz entpuppte sich das Wertpapier als Credit Linked Notes.

Der Kunde hatte Glück. Die Firma erhielt ihr Geld durch Gerichtsverfahren über zwei Instanzen zurück. Das ist aber oftmals nicht so. In vielen Fällen verstehen die Rechtsanwälte und die Gerichte den Sachverhalt überhaupt nicht und es kommt zu Fehlentscheidungen oder die Geschädigten können nicht beweisen, was der Kundenberater im "stillen Kämmerlein" erzählte.

Interessant ist auch die Mitteilung der Zeitung, dass das Papier ohne Fehl und Tadel und mit besten Rating ausgestattet war. Gem. Verkaufsprospekt, den der Kunde  aber nicht erhielt, wurde das Wertpapier genau entgegen gesetzt dazu, mit einem hohen Risiko und möglichen vollständigen Verlust der investierten Mittel genehmigt.

 

Und das es überhaupt zu einem rechtkräftigen Urteil kam, ist nur einer Haftpflichtversicherung zu verdanken, die auf das Verfahren bestanden hat. Ansonsten wäre der Sachverhalt wahrscheinlich wieder nicht publik geworden.

Anlage Zeitungsartikel